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Verhüllungsaktion Nr. 2

03.09.2013

Die im August angekündigte Aktion des VCPÖ ist mit 2. September 2013 angelaufen: Trafiken in ganz Österreich hatten im Vorfeld gut 1,7 Mio. Kärtchen mit Warnhinweisen und Schockbildern erhalten, um die Kunden über die konkreten Auswirkungen der EU-Pläne zu informieren.

Diese Karten sollen im Regal die Zigarettenpackungen verdecken und verdeutlichen, wie sich 75 Prozent der Packerlfläche samt Ekelmotiven auf das Erscheinungsbild der Rauchwaren und auch der Geschäfte auswirken werden. „Da kann ich mir meine Tschick nur mehr nach der Krankheit und nicht mehr nach der Marke aussuchen.“ meinte ganz richtig ein interviewter Raucher. Denn die in der Tabaklandschaft schon lange heftig diskutierten Maßnahmen der geplanten Tabakprodukterichtlinie sowie ihre konkreten Auswirkungen sind dem Großteil der Österreicher schlichtweg nicht bekannt.

 

Glaubenskrieg gegen den Tabak

VCPÖ-Präsident Klaus W. Fischer erntete selbst unter den Journalisten der Pressekonferenz ungläubiges Staunen, als er erklärte, dass „die objektiv vergleichbare Konsumenteninformation über die Inhaltsstoffe – also Nikotin, Kondensat und Kohlenmonoxid – nach dem Willen der Politik verboten werden soll. So wie schon zuvor Orientierungsbegriffe wie Light abgeschafft worden waren. Hier wird Information für mündige Konsumenten durch abschreckende Statements und übertriebene Bilder ersetzt.“

Fischer führte weiter aus: „Es gibt in unserer Gesellschaft vielfältigste Gesundheitsgefahren, allen voran Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Das traditionelle Genussmittel Tabak ist einer von vielen Risikofaktoren, wird aber seit einigen Jahren mit missionarischem Eifer bekämpft.“ Und dies, obwohl schon die Einführung der Textwarnhinweise vor einigen Jahren nachweislich nicht zu einem Sinken der Raucherquote geführt hatte.

„Dazu kommt, dass weitere geplante Verbote völlig am deklarierten Ziel, die Jugendlichen vom Rauchen abzuhalten, vorbeigehen: Mentholzigaretten und Slimformate werden zum überwiegenden Teil von älteren Rauchern und erwachsenen Frauen gekauft.“

 

Verteufelung macht neugierig

Monopolchefin DI Tina Reisenbichler gab aus eigener Erfahrung als Mutter zu bedenken, „dass alles, was von der Gesellschaft verteufelt und verboten wird für Jugendliche erst recht interessant ist und als Mittel zur Opposition genutzt wird. Noch haben wir in Österreich ein Tabakmonopol, das die Abgabe von Tabakwaren an junge Menschen reguliert und seine 7.000 Händler dem Jugendschutz verpflichtet. Mit dem Maßnahmenpaket aus Brüssel wird genau dieses funktionierende System, das in anderen Ländern nach heimischem Vorbild gerade eingeführt wird, aber bedroht.“

 

Kompromissvorschlag

Für Bundesgremialobmann Peter Trinkl ist zwar klar, dass die Trafikanten ihren Beitrag zur Gesundheitspolitik leisten müssen. „Dass aber weiterhin über Warnhinweise auf 75 Prozent der Packungsfläche diskutiert wird, obwohl vier von fünf beratenden Ausschüssen des EU-Parlaments – darunter jene für Rechtsfragen, Landwirtschaft, Industrie und Handel – eine Beschränkung auf 50 % gefordert haben, geht zu weit. Genauso wie das geplante Verbot von Slim- und Mentholzigaretten: Wenn die Raucher diese nicht mehr legal bei uns bekommen werden wir einen deutlichen Anstieg des Schmuggels zu verzeichnen haben.“

 

Verhüllungsshow

Im Anschluss an die Pressekonferenz konnten die Medienvertreter in der Trafik von Gabi Morawek sehen, wie die Verhüllung der heutigen Packungsdesigns in der Praxis wirkt: wie ein Gruselkabinett. Die Trafikantin selbst konnte auch schon von ersten Erfahrungen mit Kunden berichten: „Man wird sofort darauf angesprochen, weil sich die Leute gar nicht vorstellen können, dass das so wirklich kommen soll. Da ist das Unverständnis groß und fassungsloses Kopfschütteln die häufigste Reaktion.“

(mh)

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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