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Mattias Josander, Vizepräsident bei Swedish Match: „Snus birgt nachweislich keine gesundheitlichen Gefahren. Trotzdem ist er in der gesamten EU außerhalb Schwedens verboten. Mit den tabakfreien Nikotinlutschsäckchen von ZYN können wir den 100 Millionen europäischen Rauchern nun eine attraktive Alternativebieten.“

Vom Snus zum Nikotinlutschsäckchen

19.09.2019

In Schweden gibt es mittlerweile mehr Snus-Verwender als Raucher. Wir haben mit Swedish Match-Vizepräsident Mattias Josander über die Erfolgsgeschichte des Snus und seiner modernen Ersatzprodukte gesprochen.

Von links nach rechts: Offener Snus, traditioneller Pouch sowie modernere Formen des Lutschtabaks in schmäleren (Superslim-)Säckchen. Ganz rechts ist ZYN als Vertreter der jungen Kategorie „all whites“ zu sehen. Die Konsumationsart unter der Oberlippe ist die gleiche wie bei Snus.

Wie alt ist Snus als eigene Tabakkategorie?
Snus gibt es auf dem schwedischen Markt schon seit Jahrhunderten. Historisch entstand er aus befeuchtetem und gesalzenem Schnupftabak.

War es hauptsächlich die Erfindung des bequemen Pouches, oder hatte der Siegeszug des Snus in Schweden auch andere Gründe?
Der Pouch hat sicher eine wichtige Rolle gespielt. Zusätzlich startete aber in den 60ern die Gesundheitsdiskussion über Zigaretten und setzte sich in den Köpfen der Menschen fest. Viele Konsumenten wollten weg vom Rauchen und hin zu weniger schädlichen Produkten – und haben dabei die schwedische Tabaktradition wiederentdeckt. Heute haben wir ja eine ähnliche Entwicklung: Raucher wechseln zu Snus, tabaklosen Pouches, Tabak zum Erhitzen oder E-Zigaretten.

Wann haben Swedish Match und andere Anbieter damit begonnen, Pouchprodukte ohne Tabak und teils sogar ohne Nikotin auf den Markt zu bringen?
Dieses Nikotinpouch-Segment, wir nennen es „all whites“, ist noch ziemlich jung. Wir haben ZYN 2016 auf dem US-Markt eingeführt und sind in knapp drei Jahren von null auf 52.000 Geschäfte gewachsen – ein Trend, der uns auch für Europa plausibel erscheint. Und wir verfügen über Daten aus bestimmten Märkten, die das zu bestätigen scheinen.

Hatten der Siegeszug des Snus und der Rückgang des klassischen Rauchens signifikante Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit in Schweden? 
Die schwedische Form des Tabakkonsums hat einen ganz klar sichtbaren Effekt: Laut Daten der WHO hat Schweden die geringste tabakassoziierte Sterberate der westlichen Welt. In zwei Dritteln der 27 anderen EU-Länder ist diese Sterberate mehr als doppelt so hoch wie in Schweden, obwohl die schwedischen Männer quantitativ einen mit anderen Europäern vergleichbaren Tabakkonsum haben. Aber Schweden hat eben als einziges dieser Länder den Snus …

Tauschen Snus-Konsumenten nicht Lungenkrebs gegen Rachen- und Speiseröhrenkrebs ein?
Für Snus oder auch Schnupftabak haben zahlreiche Studien aber keine Beweise für ein erhöhtes Gesundheitsrisiko gefunden. Der Report „Global Burden of Deseases“ hat dem schwedischen Snus keinen einzigen Todesfall zugeordnet.
Die WHO-Daten bescheinigen Schweden zudem die EU-weit niedrigste Rate von Rachen- und Speiseröhrenkrebs. Auf der Basis dieser Fakten versteht man noch weniger, warum Snus in der EU verboten ist, während Kautabak in den meisten Ländern frei verkauft werden darf.
Das potenzielle Gesundheitsrisiko von ZYN und ähnlichen Produkten ist sogar noch niedriger als jenes von Snus, nachdem hier ja überhaupt kein Tabak enthalten ist.

In welcher Form werden Snus und Lutschsäckchen in Skandinavien reglementiert?
In Schweden wird Snus hinsichtlich Produktion und Hygiene wie ein Nahrungsmittel behandelt und als von Zigaretten unabhängige Kategorie besteuert. ZYN wird als „anderes nikotinhaltiges Produkt“ gegenüber Zigaretten, aber auch Snus, geringer besteuert.
 

Das vollständige Interview finden Sie ab 24. September in der druckfrischen Printausgabe der Trafikantenzeitung.

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