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Warnung vor frechem Paysafecard-Betrug

09.12.2013

Rund fünf Anrufe mit Betrugsabsicht pro Monat und Trafik, um auf diese Weise Paysafe-Codes „abzufischen“, sind offenbar ganz normal. Eine Trafikantin kann indes von einem besonders gut organisierten und sehr frechen Betrug berichten.

Die 16stellige PIN ist die einzige Information, welche die Betrüger benötigen, um an das Guthaben zu gelangen

Die niederösterreichische Trafikantin arbeitet seit 15 Jahren mit einer sehr erfahrenen und disziplinierten Mitarbeiterin. Diese kennt sowohl die Betrugsversuche, als auch die Warnung davor. Dennoch ist es einem besonders professionell agierenden Verbrecherteam gelungen, gerade sie zur Herausgabe der Paysafe-PINs zu bewegen.

 

Professioneller Betrug
Die Anruferin gab sich als Mitarbeiterin von tobaccoland Evita aus, die auf dem Evita-Gerät ein Update durchführen müsse. Wegen der zahlreichen Betrügereien (!) würden alle Paysafe-PINs mit 100 Euro Guthaben aus dem Verkauf genommen. Nach Hinweis der Trafikmitarbeiterin, dass grundsätzlich keine Codes per Telefon durchgegeben würden, wurde die Anruferin unfreundlich: Das Gespräch werde aufgezeichnet und die Verkaufskraft solle aufpassen, in welchem Ton sie mit tobaccoland spreche. Währenddessen wurden „Gespräche vermittelt“ und auch die Durchsagen und Hintergrundgeräusche entsprachen der gewohnten Akustik beim Tabakgroßhändler – ein sehr professionell eingefädelter Betrug also.
Dann übernahm ein sehr selbstbewusster Mann, der sich als Max Gross vorstellte, das Telefon und machte die Trafikmitarbeiterin regelrecht zur Schnecke: Was sie sich den einbilde, so mit seiner Mitarbeiterin zu reden? Er kenne die Trafikantin gut und diese ihn auch, also solle sich die Verkäuferin nicht so anstellen. Das Gespräch und die folgende Übermittlung von 32 PINs dauerte über eine Stunde, die Trafikmitarbeiterin bediente zwischendurch Kunden und hatte das Telefon auf Lautsprecher gestellt. All dies störte die Betrüger nicht.

Hoher Schaden, kaum Chance auf Ausforschung
Denn im Hintergrund wurden die Guthaben offenbar zeitgleich von der zweiten Person abgeräumt. Als die Trafikantin von der Geschichte hörte konnte exakt eine PIN noch rückgebucht werden. Resultat: ein Schaden von 3.100 Euro und eine Mitarbeiterin, die sich in Grund und Boden schämte, den Verbrechern auf den Leim gegangen zu sein. Im Zuge der dann erstatteten Betrugsanzeige erfuhren die Damen von Polizisten, dass auch eine telefonische Rückverfolgung meist unmöglich sei, weil die Gespräche von den Betrügern kreuz und quer über die Welt geroutet würden.


Keine Auskünfte über Paysafe-PINs!
Weder Paysafecard noch sein Vertriebspartner tobaccoland oder andere seriöse Unternehmen werden jemals nach PINs fragen – ob per Telefon, Mail oder Fax. Offenbar kann diese Tatsache nicht oft genug betont werden!

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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