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Wiener Start-up entwickelt Tool für COVID-19-Selbsttests

17.03.2020

Der Selbsttest soll die medizinische Testung nicht ersetzen, sondern anhand des Krankheitsbildes eine Einschätzung liefern, ob eine Testung erforderlich wäre. Dieser Ansatz könnte Hotlines und Testverbrauch entlasten.

In Staaten wie Singapur trägt der Einsatz moderner Technologie deutlich zur Eindämmung der Verbreitung des COVID-19-Virus bei. Diesen Ansatz verfolgt in Österreich der 20-jährige Student und Start-up-Unternehmer Konstantin Klingler mit „Corona Detector“. In Beratungen mit anerkannten Virologen und Medizinern hat er einen Selbsttest für alle Endgeräte entwickelt. Diesen möchte er Gesundheitsinstitutionen und Behörden als sinnvolle Ergänzung zur Entlastung ihrer Krisen-Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Auf Basis von WHO-Daten

Bei der Programmierung wurden Daten des österreichischen Gesundheitsministeriums und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berücksichtigt. Der einfache und praktische Online-Selbsttest hilft Menschen dabei, anhand eines Fragenkatalogs das Risiko einer möglichen Infektion mit COVID-19 im Vorfeld der medizinischen Konsultation zu prüfen. Dadurch kann ein großer Teil der zahlreichen Anrufe bei Notfallnummern wie der Gesundheits-Hotline 1450 reduziert und diese entlastet werden. Mittlerweile müssen bereits Soldaten die Hotline unterstützen, um die zahlreichen Anrufe zu beantworten. Im digitalen Selbsttest werden Faktoren wie Reisehistorie, Alter und Symptome abgefragt und daraus eine erste, unverbindliche Risikobewertung ausgegeben. Innerhalb der letzten zwölf Tage haben bereits über 70.000 Menschen den „Corona Detector“ genutzt, um ihr Infektionsrisiko einzuschätzen.

„Der Zugang zu einer Ersteinschätzung des Infektionsrisikos hilft, Panik zu reduzieren, medizinische Ressourcen zu schonen und Notfall-Hotlines zu entlasten. Langfristig möchten wir Regierungen und Gesundheitsorganisationen ein Tool anbieten, um Krisen besser bewältigen zu können und von technologischen Möglichkeiten zu profitieren, die auf jedem Smartphone abgerufen werden können“, sagt Klingler.

Praxiserfahrungen eingearbeitet

Wertvolle Inputs zur Entwicklung des „Corona Detector“ holte sich Klingler bei einer Reise nach Singapur, wo er sich unter anderem auf der renommierten Yale-NUS-Universität mit innovativen Präventionsmethoden und dem Tracking des COVID-19-Virus beschäftigte.

Bereits Ende der Woche wird der „Corona Detector“ auch auf Englisch und Spanisch zur Verfügung stehen. Klingler erreichte sogar eine Anfrage von Behörden aus Südamerika. Gemeinsam mit dem Entwicklungsteam von Gateway Labs rund um Peter Buchroithner arbeitet Klingler an weiteren europäischen Sprachen, um mit dem kostenlosen Selbsttest-Tool einen Beitrag zu Eindämmung der COVID-19-Verbreitung leisten.

„Der ‚Corona Detector‘ ersetzt im Verdachtsfall natürlich nicht die ärztliche Diagnose! Er ist aber eine geeignete Möglichkeit, das Risiko einzuschätzen und die staatliche Infrastruktur zu entlasten. Der ‚Corona Detector‘ kann helfen, dass tatsächlich Betroffene schneller bei den Hotlines durchkommen und ihnen geholfen wird“, schließt Klingler.

Weitere Informationen zum „Corona Detector“ auf https://coronadetector.com.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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