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Zahlenspiele zum Weltnichtrauchertag

03.06.2013

Am 31. Mai war wieder einmal „Weltnichtrauchertag“ – offenbar ein Anlass, mit immer wilderen Zahlen an die Öffentlichkeit zu gehen: Der Vizepräsident der Ärztekammer spricht von 14.000 Toten pro Jahr in Österreich, die auf das Konto der bösen Zigaretten gehen sollen.

Raucherentwöhnung auf Krankenschein - das Traumgeschäft für die Ärzteschaft

Das wirklich Spannende dabei ist der Vergleich mit Deutschland. Dort werden jährlich rund  110.000 Todesfälle (inklusive der legendären 3.301 Passivrauchtoten) vom Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ – eigentlich eine Anti-Tabak-Lobbyingstelle der WHO – allein dem Rauchen zugeordnet. Nun hat unser nördliches Nachbarland aber rund 10 Mal so viele Einwohner wie Österreich; wie Johannes Steinhart also für unser Land eine nochmals um 30 Prozent höhere Menge von Tabaktoten errechnet haben will bleibt offen. Sind unsere Fabrikszigaretten so viel schädlicher? Inhalieren heimische Raucher viel tiefer?

 

Vielleicht liefert der weitere Text der Pressemappe eine Erklärung: Der Präsident der niedergelassenen Ärzte fordert nicht nur „flächendeckende zielgruppenspezifische Informations- und Präventionsprogramme im Kinder- und Jugendalter (SAY NO TO TSCHICK im Kindergarten?) sowie strikte Rauchverbote“, aber das kennt man ja.

Des Pudels Kern steckt ganz woanders: „Rauchen ist eine Sucht, Sucht ist eine Krankheit und Krankheiten brauchen konsequente Vorbeugung und Therapie. Wir brauchen öffentlich geförderte, leistbare Entwöhnungsprogramme für Raucher, die aufhören wollen. Betroffene sollten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über ihr Problem sprechen. Diese können die erforderlichen Schritte zur Behandlung der Suchtkrankheit vorschlagen."

 

Daher weht also der Wind. Wird Rauchen als zu behandelnde Krankheit eingestuft, so öffnet sich der Ärzteschaft ein Markt, der rund 30 Prozent der Bevölkerung umfasst – und das auch  noch auf Krankenschein. Ein verlockendes Geschäft! Praktischer Weise hat Steinhart auch gleich die passende Idee für die Finanzierung: „Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel könnten zweckgebunden aus der Tabaksteuer und aus Strafen für Verstöße gegen den Nichtraucherschutz kommen.“ Der Mann hat an alles gedacht.

(APA, mh)

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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