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Bundesobmann Trinkl, MVG-Chefin Reisenbichler, KOBV-Präsident Swoboda und VCPÖ-Vize Gröbner vor den zahllosen Kisten mit Karten, die schon gesammelt wurden

Zwischenbilanz „Liebe EU, ES REICHT!“

13.06.2013

Für den 13. Juni 2013 hatten VCPÖ, Bundesgremium, KOBV und Monopolverwaltung zu einer Pressekonferenz geladen. Dabei wurde eine eigene Studie vorgestellt sowie eine erste Zwischenbilanz der Initiative gezogen. (mh)

Seit Februar dieses Jahres hatte „Liebe EU, ES REICHT!“ in Trafiken in St. Pölten, Klagenfurt, Salzburg, Linz und Wien Station gemacht und dabei nicht nur zahlreiche Konsumenten erreicht, sondern auch viele Medienvertreter über die Nöte und Anliegen der Trafikanten informieren können. Alleine auf den Events wurden gut 5.000 Unterschriften gesammelt – insgesamt hat die Postkartenaktion die Marke von 100.000 schon überschritten. Die Postkarten an EU-Parlamentarier und Regierung liegen in den Trafiken auf und werden blockweise vom VCPÖ an ihre Adressaten geschickt – damit immer ein unübersehbarer Schwall seinen Empfänger erreicht und damit auch in der Wahrnehmung der Politiker ankommt. Die Aktion ist noch nicht zu Ende: Größere Trafiken berichten auch jetzt noch von rund 1.000 Karten, die innerhalb von zwei Wochen bei ihnen ausgefüllt werden.

 

Die Studie

500 Österreicher über 18 Jahren waren im Mai 2013 telefonisch nach ihrer Einschätzung gefragt worden. 70 Prozent erwarten sich von einem Verbot von Menthol- und Slim-Zigaretten keinen Rückgang des Tabakkonsums, ebenso viele bezweifeln, dass sich Jugendliche durch größere Warnhinweise vom Rauchen abhalten lassen. Eine Wirkung dieser Warnhinweise auf erwachsene Raucher verneinen gar 73 Prozent der Befragten.

 

Rufe nach Vernunft

Die Studienergebnisse sind naturgemäß Munition für die Initiatoren: „Mit den geplanten Maßnahmen der TPD2 werden nicht die Gesundheitsziele erreicht, sondern nur gravierende Nachteile für einen legalen Wirtschaftszweig produziert. Die Verbotspolitik der EU mobilisiert mittlerweile auch Nichtraucher.“ erzählt VCPÖ-Vize Gröbner aus seinen Erfahrungen und Bundesgremialobmann Trinkl führt fort: „Die Kunden sind ja selbst gegen diese Überreglementierung und fragen sich, wo und ob diese Tendenz aufhören wird. Denn wenn die Umsätze der Trafikanten zurück gehen wird deswegen nicht weniger geraucht werden. Der Nutznießer der TPD2 wäre einzig und alleine der Schmuggel, um den sich die EU aber nicht kümmert. Immerhin erfährt die Politik derzeit so viel Widerstand von allen Seiten und Ländern, dass die handelnden Personen inzwischen etwas vorsichtiger werden.“

In Österreich mit seiner besonderen Situation aus Tabakmonopol und mehrheitlicher Zuteilung von Trafiken an behinderte Menschen wirft die Regelungswut soziale Probleme auf, wie KOBV-Präsident Swoboda erklärt: „Das Durchschnittsalter bei Übernahme einer Trafik liegt über 40, die meisten kommen aus der Arbeitslosigkeit und können sich durch eigene Arbeit ihre Existenz sichern. Die geplante Richtlinie treibt gut 5-600 behinderte Trafikanten samt ihren Familien und Mitarbeitern wieder zurück in die Arbeitslosigkeit. Das sind alleine in unserem Land tausende Menschen. Das ist nicht nur unverständlich, sondern verantwortungslos.“

 

TPD2 rennt offene Türen ein

„Wozu überhaupt schärfere Richtlinien?“ fragt auch MVG-Chefin Tina Reisenbichler. „Ein effizienter Jugendschutz ist in Österreich schon vor Jahren umgesetzt worden: Die Trafikanten werden auf seine Einhaltung streng kontrolliert und auch die Automaten stellen sicher, dass unter 16jährige nicht so einfach an Tabakwaren kommen. Die Verbote sind aber der falsche Weg; jeder, der selbst Kinder hat, weiß, dass verbotene Dinge erst recht interessant sind. Dazu kommt, dass sich unsere Landsleute nicht gerne Vorschriften machen lassen. Besonders dann, wenn sie so entbehrlich sind wie in diesem Fall.“

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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