An der im Juli gestarteten und am 9. August abgeschlossenen Beteiligungsaktion nahmen 6.726 Personen teil. Sie gaben 111.079 Stimmen ab. Beworben wurde der Dialog unter anderem in Trafiken, über Newsletter, QR-Codes und soziale Medien. Ausgangspunkt waren 14 Statements. Zusätzlich konnten die Teilnehmenden eigene Positionen einbringen: 1.177 Personen verfassten 1.473 Beiträge. Daraus wurden neun weitere Aussagen zur Abstimmung entwickelt. In den offenen Beiträgen dominierten Eigenverantwortung und Wahlfreiheit für Erwachsene, verbunden mit Jugendschutz und kontrolliertem Verkauf. Viele äußerten Sorgen um Umsätze, Arbeitsplätze und die Zukunft der Trafiken.

Regeln und kontrollierter Verkauf

Bei den jeweiligen Abstimmungen unterstützten 90 Prozent EU-weit garantierte Produktqualität und nachvollziehbare Herkunft. 88 Prozent befürworteten sachliche Informationen über unterschiedliche Produktrisiken. 93 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Trafiken das Alter kontrollieren, der Schwarzmarkt hingegen nicht. 84 Prozent sahen den Verkauf über Trafiken als Vorbild für Europa; 90 Prozent wollten deren Erwerbsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen auf EU-Ebene berücksichtigt wissen. 72 Prozent befürworteten klare Regeln für Nikotinprodukte. Zugleich überwog die Ablehnung mehrerer vorgeschlagener Einschränkungen: 79 Prozent lehnten ein Nikotinkonsumverbot für künftige Generationen ab, 72 Prozent markenlose Einheitsverpackungen und 77 Prozent zusätzliche Maßnahmen zum Nichtraucherschutz. Dass die Politik über den Nikotinkonsum Erwachsener entscheiden sollte, lehnten 74 Prozent ab.

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Ein zentrales Motiv war die Sorge vor einer Verlagerung in den illegalen Handel. 91 Prozent erwarteten bei stark steigenden Preisen Ausweichkäufe auf dem Schwarzmarkt oder im Internet. 82 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Aromaverbote den Schwarzmarkt stärken. Gleichzeitig befürworteten 81 Prozent eine strengere Überwachung und Sanktionierung des Onlinehandels. Diese Angaben beschreiben Einschätzungen der Befragten, nicht nachgewiesene Folgen der Maßnahmen.

Unterschiedliche Gruppen,
gemeinsame Anliegen

Anhand des Abstimmungsverhaltens unterscheidet der Bericht „klassische Raucher“, „NGP-Fans“ und „Nikotin-Gegner“. NGP-Fans unterstützten den Umstieg auf als risikoärmer bezeichnete Produkte, klassische Raucher standen dieser Aufforderung skeptisch gegenüber. Nikotin-Gegner befürworteten stärker Suchtbekämpfung und Schutzmaßnahmen. 13,4 Prozent der Teilnehmenden wurden keiner Gruppe zugeordnet. Gruppenübergreifende Gemeinsamkeiten sieht der Bericht bei Produktqualität, Jugendschutz, reguliertem Vertrieb und sachlicher Risikoinformation. Auch die soziale Dimension des Nikotinkonsums und die Sorge vor dem Schwarzmarkt verbinden die Gruppen.

Abschließend lässt sich noch eine erfreuliche Erkenntnis festhalten, die bezeichnend für das Engagement der heimischen Branche ist: Am „Dynamischen Dialog“ nahmen fast zehn Mal mehr Österreicher teil als EU-Bürger an der Public Consultation (relativ zur Bevölkerung), er war somit auch fast 70-mal erfolgreicher als die Public Consultation in Österreich! ■

© WKO
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