Neubeginn als Trafikant

Trafikanten
21.06.2021

 
2019 machte sich ein Quereinsteiger daran, seinen neuen Berufsweg als Trafikant einzuschlagen. Francesco Melidoro hatte ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie sein Geschäft beschaffen sein sollte.
Francesco ­Melidoro in seinem Reich, auf das er sichtlich stolz ist. Der Quereinsteiger hatte sich im Vorfeld genau überlegt, welche Produktgruppen er führen und wie das Fachgeschäft dafür aufgebaut und gestaltet sein muss. Die klare Strukturierung des Sortiments sowie die Kundenführung mit „Überschriften“ und separaten Beratungsbereichen haben sich bestens in der Praxis bewährt.
Francesco ­Melidoro in seinem Reich, auf das er sichtlich stolz ist. Der Quereinsteiger hatte sich im Vorfeld genau überlegt, welche Produktgruppen er führen und wie das Fachgeschäft dafür aufgebaut und gestaltet sein muss. Die klare Strukturierung des Sortiments sowie die Kundenführung mit „Überschriften“ und separaten Beratungsbereichen haben sich bestens in der Praxis bewährt.

Seit Ende des Vorjahres gibt es eine neue Trafik in Vorarlberg, genauer gesagt in Feldkirch-Gisingen. Francesco Melidoro war zuvor Techniker in der Industrie gewesen; eine seit der Kindheit bestehende chronische Erkrankung machte die Arbeit aber immer schwieriger. Von der Möglichkeit, als Trafikant neu zu beginnen, wusste er zwar, aber: Ein Fachgeschäft in seinem Bundesland übernehmen zu können, stellte sich als fast unmöglich heraus. 

Nach mehreren Jahren des fortlaufenden Kontakts mit der Monopolverwaltung erfuhr er, dass in Vorarlberg an verschiedenen Standorten neue Tabakfachgeschäfte eröffnet werden sollten. In zahlreichen Gesprächen mit „seinem“ Gebietsleiter kristallisierte sich letztlich Feldkirch als Wunsch-Standort heraus. Das erste Geschäftslokal scheiterte am Vermieter, so wurde es dann der junge Stadtteil Gisingen.

Genaue Vorstellungen

„Ich habe sehr gut gewusst, was ich nicht haben will: ein vollgeräumtes Geschäft, in dem für die Kunden zu wenig Platz bleibt. Eine Trafik, wie sie mir vorschwebte, kannte ich eigentlich kaum. Mein eigenes Geschäft sollte hell und kundenfreundlich sein, mit einem ruhigen Farbkonzept modern wirken und genügend Platz für ungestörte Beratung zu Shishas und E-Zigaretten bieten.“

Stammt diese Schwerpunktsetzung aus Gesprächen mit Kollegen? „Nein“ erwidert der Trafikant. „Ich habe schon gedampft und Shisha geraucht, bevor ich Trafikant wurde. Zudem gibt es zwar E-Zigaretten-Shops, aber keine Anbieter für moderne, coole, stylische Wasserpfeifen – die gibt es jetzt neben Zigaretten, Zeitschriften, Cigarren sowie Warm- und Kaltgetränken bei mir.“

Planung & Bau

Das neue Geschäft würde insgesamt 110 Quadratmeter haben – Herr Melidoro nahm also Kontakt zu den Shopausstattern auf: „Die waren beide sehr nett, freundlich und kompetent und haben sofort reagiert. Den Ausschlag für Pirker Trafik-­Design gab letztlich mein Bauchgefühl. Mit dem Anbot ging ich in die Finanzierungsgespräche mit meiner Bank. Dann haben Pirker und ich uns zusammengesetzt und das Geschäft bis ins letzte Detail durchgeplant.“

Das neue Tabakfachgeschäft mit 80 Quadratmetern Verkaufsfläche und weiteren 30 Quadratmetern für Büro und Lager entstand danach in enger Zusammenarbeit zwischen dem Neo-Trafikanten und Pirker, wofür zahlreiche Handwerker koordiniert werden mussten. Mitte November 2019 wurde die brandneue Trafik schließlich eröffnet.

Feedback

„Die Reaktionen der Kunden waren durchwegs positiv“, schildert ein stolzer Trafikant. „Viele sagen, sie hätten eine derartige Trafik noch nie erlebt und loben das helle und offene Geschäft – natürlich freut mich das. Ohne die Freundlichkeit und Sozialkompetenz meiner Mitarbeiterinnen wäre die schönste Trafik aber nur eine leere Hülle.“

Ihm selbst, seiner Frau Tania Sofia sowie den drei Teilzeitkräften macht das Arbeiten in der schönen Atmosphäre sowie dem freundschaftlichen Verhältnis ebenfalls Spaß. Die Arbeit mit Menschen ist für Francesco Melidoro ebenfalls nichts Neues: „Ich hatte in meinem vorherigen Job Projekte geleitet und nie ein Problem mit Kundenkontakt – ich arbeite grundsätzlich gerne mit Menschen. Also habe ich den Berufswechsel auch nicht als einschneidende Veränderung erlebt. Natürlich ist die Arbeit als Trafikant anstrengend: Man schiebt ja nicht nur Ware über den Tresen, sondern führt ein Unternehmen – und das selbst & ständig.“

Zukunftsmarkt

Eine Warengruppe, nach welcher der Trafikant laufend, aber bislang vergeblich, gefragt wird, ist das CBD-Segment: „Jede Woche bekomme ich von 5 bis 10 Leuten Fragen, ob ich Blüten und andere CBD-Produkte anbiete. Da hoffe ich natürlich, dass der Stillstand bald endet und wir diese Produkte auch in unseren Fachgeschäften verkaufen dürfen!“ Diese dringende Hoffnung teilt Melidoro mit vielen Kollegen.

Ein erstes Fazit

Obwohl Gisingen ein relativ neues Wohngebiet ist, reicht das Alter der Kunden von jungen Erwachsenen bis zu Personen reiferen Alters. Sie alle finden im breiten Portfolio Melidoros, was sie suchen. „Ich bemühe mich auch immer, ständig neue Ware anzubieten, nach der die Kunden auch dezidiert fragen. Also gibt es bei mir regelmäßige Modellwechsel innerhalb des Sortiments. Und seit Juni dieses Jahres bin ich auch Iqos Premium-Reseller – in diesem Segment kann man regelrecht zusehen, wie die Nachfrage wächst.“

Danach gefragt, ob er rückblickend etwas anders machen würde, schüttelt ­Francesco Melidoro den Kopf: „Nein. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“ Und das darf er, wenn man die Bilder betrachtet, auch wirklich sein.

Erstmalig veröffentlicht 2020