Wenn es nach der griechischen Mythologie geht, war es Prometheus, der den Göttern das Feuer entwendet, den Menschen gebracht und somit den Aufstieg der Sterblichen gestartet hat. Rein anthropologisch betrachtet waren es wohl ein paar mutige Steinzeitmenschen, die nach Waldbränden oder Blitzeinschlägen vorhandenes Feuer zähmten. Um aus eigener Kraft welches zu erzeugen, ist natürlich ungleich schwieriger (man denke nur an Tom Hanks in Cast Away). Deutlich einfacher wurde es für die Menschen, als man die ursprünglich mühsame Methode des Holzreibens durch immer gewitzteren Einsatz des Funken schlagenden Feuersteins ersetzte. Über Jahrtausende war jedoch weiterhin gebräuchlich, neues Feuer an bereits vorhandenem zu entzünden; eine Flamme praktisch „aus dem Nichts“ zu erschaffen, bedeutete Aufwand.
Feuer jederzeit
Erst mit dem Aufkommen der ersten Reibestreichhölzer Anfang des 19. Jahrhunderts war es jedermann möglich, ortsunabhängig und jederzeit ein Feuer zu entfachen. Parallel dazu gab es auch schon erste Versuche, Feuerzeuge zu entwickeln. Mit dem Aufkommen der Erdölindustrie und der Fraktionierung war es dann nur eine logische Konsequenz zur Entwicklung der ersten Benzinfeuerzeuge. Pferdefuß dieser Konstruktionen blieb jedoch der nötige Zündfunke, der nach wie vor nur durch das mechanische Schlagen von Feuerstein (so genannte Radschlösser) oder komplizierte, von Streichhölzern abgeleitete Zündplättchen erzeugt werden konnte.
Edison who?
Auftritt Carl Auer von Welsbach. Der 1858 in Wien geborene Unternehmer ist den meisten Menschen als Erfinder des Glühstrumpfes für Gaslampen bekannt. Weniger bekannt ist aber, dass der begnadete Chemiker gleich vier neue Elemente aus der Gruppe der so genannten Seltenen Erden entdeckte. Und somit nicht nur den Glühstrumpf, sondern später maßgeblich an der Entwicklung der oft nur Thomas Edison zugeschriebenen modernen Glühlampe mitwirkte und die Firma Osram gründete. Darüber hinaus wurde er – leider erfolglos – insgesamt sieben(!) Mal für den Chemie-Nobelpreis nominiert. Ach ja, und 1903 erfand er den Zündstein und ebnete so den Weg für Taschenfeuerzeuge mit Reibrad, wie sie heute noch Standard sind. Dieses fälschlicherweise „Feuerstein“ genannte Teil heißt offiziell daher „Auermetall“.
Modern Times
Danach ging es mit Innovationen Schlag auf Schlag. Die Elektrifizierung der Welt führte bereits um 1880 zur Erfindung des elektrischen Anzünders durch Friedrich Wilhelm Schindler, ab 1925 wurden diese in Autos verbaut und sind so für die Norm der typischen 12-Volt-Steckdose verantwortlich. Mit der Erfindung des Butangas-Feuerzeugs durch Henri Pingeot im Jahr 1935 und dem ersten Einwegfeuerzeug 1961 wurden Taschenfeuerzeuge billiges Allgemeingut. Obwohl Mitte der 1960er Jahre die moderne Piezozündung entwickelt wurde, blieb das Reibrad mit Auermetall der Klassiker. Erst in den 2010er Jahren wurden mit der rasant fortschreitenden Entwicklung der Akkutechnologie die ersten Plasma-Feuerzeuge auf den Markt gebracht. Da diese präzise High-Tech-Variante mit ihrer Sturm- und Wetterfestigkeit, Zuverlässigkeit und ihrer mittels USB aufladbaren Akkus keine Verbrauchsmaterialien wie Zündstein, Gas oder Benzin benötigt, stellt sie noch ein kleines Segment am Feuerzeugmarkt dar. Noch. ■


