Das aktuell in Begutachtung befindliche Glücksspielgesetz könnte in den kommenden Jahren in seiner vorliegenden Form den Markt drastisch verändern – vor allem zu Ungunsten der Österreichischen Lotterien. Denn mit der Öffnung des bisher monopolistisch geführten Online-Glücksspiels steht anderen Anbietern Tür und Tor offen, heimische Kunden abzuziehen. Was man bisher mit Lottoland & Co eher erfolglos abwehren wollte, wird dann – wenn auch mit strengen Auflagen – legal. Die Folge: noch mehr klassisches Glücksspiel wandert von den Trafiken ins World Wide Web.
Öl ins Feuer
Gut, das ist eben der gesellschaftliche und technische Fortschritt, lässt sich durchaus logisch argumentieren. Warum die Lotterien dann aber das durchaus relevante, aber schon stagnierende Geschäft für die Trafikant*innen zusätzlich noch schmälern, indem mit hoher Schlagzahl immer mehr Shops im Einzelhandel auch zur Annahmestelle ausgebaut werden, bleibt rätselhaft. Ist es nötig, dass der Nah & Frisch im Ort, der sich als Postpartner den Umsatz aufbessert, nun auch die wenigen verbleibenden Lottospieler, die nicht online spielen, von der Trafik abzieht? Fair ist es jedenfalls nicht.
Mit der ohnehin schon flächendeckenden Versorgung durch Trafiken und Tankstellen bestehen aktuell wirklich schon ausreichend Möglichkeiten, seine Kreuzerl zu machen. Vor allem: qualifizierte Möglichkeiten, was den Jugendschutz betrifft, den sich die Lotterien so gerne als Chefsache an die Fahne heften. Bei Trafikant*innen und an der Tanke kann man davon ausgehen, dass das Personal ausreichend geschult und erfahren ist. Bei der Putzerei am Eck? Nicht unbedingt … ■
