Die ersten bekannten Aschenbecher der Menschheit waren aus Stein oder Ton gefertigt und stammen – wer hätte das gedacht – von den alten Ägyptern. Als Mitte des 19. Jahrhunderts das Rauchen von Pfeifen, Zigarren und Zigaretten in vornehmen Londoner und Pariser Clubs in Mode kam, begann der Aufstieg des Aschenbechers, der rasch zum unverzichtbaren Gebrauchsgegenstand für jeden Raucher wurde. Hat man in der Antike noch einfache Schüsseln oder Tassen zum Auffangen von Asche und Glut verwendet, entwickelten sich Aschenbecher im Laufe der Zeit zu dekorativeren Gegenständen, die oft aus wertvollen Materialien wie Silber oder Porzellan hergestellt wurden. Ausgefallene Kunstwerke wie der silberverzierte Aschenbecher des Kronprinzen Rudolf, den er 1881 aus dem Huf seines Lieblingspferdes anfertigen ließ, sind heute noch im Wiener Kunsthistorischen Museum zu bewundern.

Spielwiese für Künstler und Designer

Historische Klassiker wie der Bauhaus-Aschenbecher MT 35 von Marianne Brandt aus dem Jahr 1924 demonstrieren bereits sehr früh die Verbindung aus Funktionalität, hochwertigen Materialien und umweltbewusster Ästhetik – es ist ein halbkugeliger Entwurf aus Bronzeblech und Nickelsilber, der mit einem Kippdeckel Mechanik und Geometrie perfekt vereint. Ein weiteres berühmtes Beispiel für einen künstlerisch gestalteten Aschenbecher ist Salvador Dalís „Air-India-Aschenbecher“: Diese 1967 entworfene surrealistische Skulptur zeigt neben Elefantenköpfen und Schwänen eine Schlange, die sich um den Rand einer unglasierten Porzellan-Schale windet. Aber auch zeitgenössische Design-Manufakturen wie Phantom Hands aus Indien legen ikonische Aschenbecher-Entwürfe aus Messing wieder neu auf, während Luxusmarken wie Davidoff handbemalte Porzellan-Exemplare für exklusive Zigarrenrituale auf den Markt bringen.

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Multifunktionale Verwendung im Alltag

Für das Comeback des Aschenbechers sorgen jedoch nicht nur international renommierte Auktionshäuser, die aktuell ein Rekordinteresse an Mid-Century- und Bauhaus-Klassikern verzeichnen. Auch Social Media-Plattformen sind voll mit Bildern von handgefertigten und künstlerisch gestalteten Aschenbechern: Viele davon werden von der designverliebten Gen Z als dekorative Wohnaccessoires verwendet. um ein wenig Retro-Flair auf Couchtische, Bücherregale und Schreibtische zu bringen – vermehrt auch in rauchfreier Umgebung. Außerhalb der eigenen Wohnung leisten kleine Taschenaschenbecher bei Events, Festivals, Life-Konzerten und anderen Outdoor-Veranstaltungen ebenfalls wertvolle Dienste. Die praktischen und umweltfreundlichen Reise- und Freizeitbegleiter unterstützen einen verantwortungsvollen Umgang mit Zigarettenabfällen und helfen dabei, öffentliche Bereiche sauber zu halten.

Der „Cubo“ von Bruno Munari, 1957 © Albertozanardo / Wikimedia Commons

Wenn Tradition mit Design verschmilzt

Mit dem Aufstieg umweltfreundlicher Materialien und nachhaltiger Herstellungspraktiken wurde dem traditionellen Aschenbecher neues Leben eingehaucht – und das wird besonders jene Käufer freuen, die sowohl Ästhetik als auch Umweltverantwortung zu schätzen wissen. Ob Keramik, Glas, Chrom, Edelstahl, Aluminium, Marmor, Messing oder Beton: Viele Designer kombinieren diese unterschiedlichen Materialien auf oft unerwartete Weise, was zu spannenden Produkten führt, die ebenso Kunst wie Gebrauchsgegenstand sind. „Das Design eines Aschenbechers sollte jedenfalls den vorgesehenen Raum ergänzen, sei es eine minimalistische Glasschale für ein modernes Büro oder ein kühnes, handgefertigtes Stück für ein kreatives Zuhause“, meint dazu ein langjähriger Brancheninsider.

Form follows function

Inzwischen experimentieren immer mehr Hersteller auch mit biologisch abbaubaren Verbundstoffen und recycelten Materialien, um den ökologischen Fußabdruck ihres Produktes zu reduzieren. Die Auswahl des richtigen Aschenbechers hängt allerdings nicht nur von Material und Form ab, sondern auch von seiner Funktion. So beinhalten teurere Modelle meist intelligente Features wie automatische Löschmechanismen, Geruchskontrolle und Bewegungssensoren, die eher technikaffine Verbraucher ansprechen und das Benutzererlebnis und die Sicherheit verbessern. Für öffentliche oder stark frequentierte Bereiche ebenfalls kein Nachteil –  leicht zu reinigende Designs und große Kapazitäten.

Ein Blick in die Zukunft

Experten prognostizieren, dass die Nachfrage nach hochwertigen, anpassbaren und multifunktionalen Aschenbechern weiter steigen wird, insbesondere in Regionen, in denen Design und Nachhaltigkeit oberste Priorität haben. Regulatorische Änderungen, die darauf abzielen, rauchbedingte Abfälle zu reduzieren, beeinflussen ebenfalls die Produktentwicklung und Marktstrategien der Hersteller. Für private und öffentliche Käufer bedeutet dies eine Fülle neuer Möglichkeiten, innovative Produkte zu beziehen, die unterschiedliche Geschmäcker und Anforderungen bedienen. Während sich der Aschenbecher weiter neu erfindet, wird eindrucksvoll bewiesen, wie sich Alltagsgegenstände in einer sich schnell verändernden Welt anpassen und gedeihen können. ■

Legendäre Design-Aschenbecher auf einen Blick

Marianne Brandt (Bauhaus, 1924):
Die Bauhaus Kooperation würdigt ihren halbkugeligen Entwurf mit Kippdeckel, der Mechanik und Geometrie perfekt vereint.
Das Original wurde über das Bauhaus Movement neu aufgelegt.

Achille Castiglioni „Spirale“ (Alessi, 1970):
Die charakteristische Spirale hält die Zigarette sicher und lässt sich zur Reinigung leicht entnehmen.

Eleonore Peduzzi Riva „Spiros“ (Artemide, 1969):
Ein Meisterwerk des Space-Age-Designs aus Melamin mit einer schweren, beweglichen Kugel im Zentrum.

Bruno Munari „Cubo“ (Danese Milano, 1957):
Ein minimalistischer Würfel aus eloxiertem Aluminium, der die Asche im Inneren unsichtbar einschließt.

Walter Gropius (Rosenthal, 1964):
Ein extrem reduzierter, zylindrischer Porzellan-Aschenbecher des Bauhaus-Gründers mit integrierter, zentraler Ablage.